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Thema: Psittakose

  1. #1
    Erfahrener Benutzer
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    116

    Standard Psittakose

    Für Vogelhalter ist die Papageienkrankheit eine ernste Angelegenheit. Vor allem bei Jungvögeln bricht diese hochgradig ansteckende Infektionskrankheit sichtbar aus und oft ist dann bereits der gesamte Vogelbestand infiziert. Sehr leicht kann es geschehen, dass sich auch der Tierhalter ansteckt, denn die Papageienkrankheit gehört zu den so genannten Zoonosen, also zu den Krankheiten, die vom Tier auf den Menschen überspringen können.

    In Anlehnung an den lateinischen Namen der Papageienvögel (Psittacidae) heißt die Papageienkrankheit auch Psittakose. Erstmals übertrug ein Papagei die Krankheit auf den Menschen, weshalb sie ihren Namen erhielt. Heute weiß man, dass sich die Krankheit von allen Vogelarten auf den Menschen übertragen kann. Deshalb wird die Papageienkrankheit immer öfter als Ornithose bezeichnet.

    Aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr zählt die Psittakose zu den Seuchen und ist deshalb in Deutschland meldepflichtig. Tritt sie auf, muss dies dem zuständigen Veterinär- und oft auch Gesundheitsamt gemeldet werden. Selbst beim geringsten Verdacht auf Psittakose ist der Vogelhalter gesetzlich dazu verpflichtet, beim Tierarzt oder beim zuständigen Veterinäramt Meldung zu erstatten, damit die entsprechenden Schritte zur Klärung des Verdachts eingeleitet werden können. Häufig wird im Falle einer Psittakoseinfektion eine Quarantäne auferlegt, um eine weitere Ansteckung zu vermeiden. Pro Jahr werden in Deutschland einige hundert Fälle der Krankheit registriert.

    Der Erreger der Psittakose trägt den Namen Chlamydia psittaci. Dieses Lebewesen zählt weder zu den Viren, noch zu den Bakterien und werden im deutschen Sprachraum auch als Chlamydien bezeichnet. Wie die meisten anderen Chlamydien-Infektionen auch, überträgt sich die Papageienkrankheit über das Einatmen von verseuchtem Staub. Große Gefahr geht daher vom mit Kot durchsetzten Vogelsand aus. Von der Ansteckung bis zum Auftreten der ersten Symptome der Krankheit können bis zu 100 Tage vergehen.

    Eindeutige Symptome, anhand derer man die Papageienkrankheit als Laie sicher an seinen Vögeln erkennen kann, existieren nicht. Von akuten Atemwegserkrankungen bis hin zu plötzlichen Todesfällen reicht das Spektrum der Erscheinungsbilder. In vergleichsweise vielen Fällen beginnt die Psittakose-Erkrankung mit einer Entzündung der Bindehäute, Schnupfen und Atembeschwerden. Einige Vögel leiden darüber hinaus unter grünlichem Durchfall. Die Tiere sterben meist zwischen zwei und zehn Wochen nach dem Ausbruch der Krankheit, sofern sie unbehandelt bleibt.

    Beim Menschen ähneln die Symptome denen einer Grippe mit Gliederschmerzen, Schmerzen beim Atmen, Kopfschmerzen und starken Fieberschüben. Eine unbehandelte Psittakose verläuft beim Menschen häufig tödlich! Über eine Blutprobe kann man die Papageienkrankheit beim Menschen nachweisen. Bei Vögeln lassen sich die Chlamydien in einer frischen Kotprobe ausfindig machen.

    Noch vor einigen Jahren war es üblich, sämtliche Vögel eines Bestandes zu töten, in dem die Papageienkrankheit nachweislich ausgebrochen war. Davor braucht man sich heute als Vogelhalter zum Glück nicht mehr zu fürchten, da inzwischen wirksame Medikamente erhältlich sind, die große Chancen auf Heilung bergen. Rechtzeitig erkannt, ist die Papageienkrankheit mit antibiotischen Mitteln wie Chlortetracyclinen relativ gut behandelbar. Nur in sehr schweren Fällen werden einzelne Vögel eingeschläfert, was für den Halter ohne Zweifel sehr unangenehm ist. Der Großteil eines betroffenen Vogelbestandes wird die Seuche jedoch im Normalfall überleben.

    Vögel, die an der Psittakose erkrankt waren und durch eine Medikamentengabe geheilt wurden, bleiben zeitlebens Träger von Chlamydien, die sie durchaus auch weiterhin ausscheiden können. Ob und wann dies geschieht, ist nicht erkennbar, so dass theoretisch die Möglichkeit besteht, dass man sich bei diesen Vögeln irgendwann mit der Krankheit infizieren könnte. Allerdings gilt dies vor allem für Risikogruppen wie Menschen mit schlecht arbeitendem Immunsystem, kleine Kinder und häufig auch für Senioren. Details sollten Sie mit Ihrem Tierarzt besprechen, er wird Sie sicher gern beraten.
    Quelle: Birds-Online

  2. #2

    Standard

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